Niritya und Tom, Heilpraktiker für Psychotherapie mit Praxis in Saarbrücken, informieren über Formen der Anpassungsstörung und ihre methodenintegrative psychotherapeutische Arbeit.

Manchmal verändert sich etwas im Leben – und alles gerät ins Wanken
Jeder von uns weiß, dass belastende Lebensereignisse zum Leben dazugehören. Nach Trennungen, Verlusten, heftig erlebten Konflikten oder Stresssituationen, Jobwechseln oder anderen einschneidenden Veränderungen kann es schon eine gewisse Zeit dauern, bis sich innerlich wieder so etwas wie Stabilität und Ruhe einstellen.
Wir erleben in unserer Praxis in Saarbrücken immer wieder, dass die innere Belastung über einen längeren Zeitraum anhält, unverändert bleibt oder sich sogar verschlimmert. Dann kann das Ganze zu einem Thema werden, das die Fachleute als „Anpassungsstörung“ bezeichnen.
Ganz typisch für das Vorliegen einer Anpassungsstörung ist, dass die Beschwerden in einem engem Zusammenhang mit einer ganz konkreten Situation stehen. Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen können sich dann verändern, und vieles, was vorher selbstverständlich war, fällt schwerer.
Gleichzeitig ist es oft erstmal nicht leicht, das eigene Erleben einzuordnen und die passenden Worte dafür zu finden.
Vielleicht erkennst Du Dich in einigen dieser Aspekte wieder. Dann geht es oft nicht nur um das „Warum“, sondern um das „Wie weiter“.
Genau hier setzen wir an.
Im Folgenden erfährst Du mehr über das Erscheinungsbild von Anpassungsstörungen, die psychologischen Hintergründe dieser Belastungsreaktionen sowie die methodenübergreifende therapeutische Arbeit zur Unterstützung in Krisenzeiten in unserer Saarbrücker Praxisgemeinschaft.
→ So begleiten wir Dich in unserer Privatpraxis bei Anpassungsstörungen
Unterschiedliche Formen von Anpassungsreaktionen
Belastungsreaktionen zeigen sich nicht immer gleich, und genau das macht es oft schwierig, sie einzuordnen.
Manche Menschen reagieren eher mit Rückzug, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung. Bei anderen stehen innere Unruhe, Sorgen oder Anspannung im Vordergrund. Wieder andere erleben eine Mischung aus beidem oder fühlen sich vor allem überfordert von dem, was gerade im Leben passiert.
Auch Trauer kann eine zentrale Rolle spielen – insbesondere dann, wenn ein Verlust das eigene Leben tief verändert hat.
Diese unterschiedlichen Reaktionen sind keine klar voneinander getrennten Kategorien. Sie können ineinander übergehen oder sich im Verlauf verändern. Die folgenden Beschreibungen geben einen Überblick über typische Formen, wie sie im Zusammenhang mit Anpassungsstörungen auftreten können.
➤ Trauerreaktion
Nach einem Verlust ist Trauer eine natürliche und wichtige Reaktion. Manchmal wird sie jedoch so intensiv oder langanhaltend, dass sie den Alltag stark beeinflusst. Gefühle wie Leere, Rückzug oder das Empfinden, den Boden unter den Füßen verloren zu haben, können im Vordergrund stehen.
Gedanken und Erinnerungen können immer wieder auftauchen – etwa an einen verstorbenen Menschen, an ein Kind, das nicht leben konnte, oder an einen Verlust, der das eigene Leben spürbar verändert hat.
Auch der Verlust eines geliebten Tieres, einer Beziehung oder eines Zuhauses können uns noch lange schmerzhaft beschäftigen. Ebenso bringt ein neuer Lebensabschnitt oder die Trennung vom Partner das Loslassen der Vergangenheit mit sich.
Trauer verläuft nicht geradlinig und verändert sich mit der Zeit. Wenn sie jedoch über längere Zeit kaum nachlässt oder sich der Alltag zunehmend einengt, kann es hilfreich sein, damit nicht allein zu bleiben und sich eine Begleitung zu holen.
Mehr Informationen zum Thema:
→ Begleitung bei Trauer und Verlust
➤ Anpassungsreaktion mit Überforderung und Stress
Hier steht das Gefühl im Vordergrund, mit einer Situation nicht mehr zurechtzukommen. Betroffene erleben innere Anspannung, Erschöpfung oder das Gefühl, dauerhaft unter Druck zu stehen. Anforderungen wirken schwerer zu bewältigen, und es fällt zunehmend schwer, Abstand zu gewinnen oder zur Ruhe zu kommen.
Gedanken kreisen häufig um das, was noch erledigt werden muss oder was nicht gelingt. Auch körperliche Anzeichen wie innere Unruhe oder Verspannung kommen häufig hinzu. Diese Form tritt oft im Zusammenhang mit beruflichen Belastungen, familiären Konflikten oder größeren Veränderungen im Leben auf.
➤ Burnout und anhaltende Überforderung
Im Zusammenhang mit anhaltendem Stress oder Überforderung wird häufig auch von Burnout gesprochen. Gemeint ist damit meist ein Zustand, in dem sich Erschöpfung, innere Distanz und das Gefühl, nicht mehr richtig „funktionieren“ zu können, zunehmend verstärken.
Burnout ist dabei keine eigenständige psychische Störung im engeren Sinne, sondern beschreibt eher eine als sehr belastend erlebte Lebenssituation, häufig im beruflichen Kontext. Die Übergänge zu Anpassungsstörungen oder depressiven Reaktionen können fließend sein.
Wenn anhaltende Überforderung das Erleben und den Alltag deutlich beeinflusst, kann es sinnvoll sein, genauer hinzuschauen und einen passenden Umgang damit zu entwickeln.
Mehr Informationen zum Thema Burnout und Erschöpfung:
→ Burnout: psychotherapeutische Begleitung
➤ Depressive Reaktion
Bei einer depressiven Reaktion stehen Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und Erschöpfung im Vordergrund. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, können schwerer fallen oder verlieren an Bedeutung. Der Alltag wirkt belastender, und es fällt schwer, sich zu motivieren oder Freude zu empfinden.
Gedanken können sich verlangsamen oder immer wieder um ähnliche Themen kreisen. Häufig besteht ein klarer Zusammenhang mit einer bestimmten Lebenssituation, auch wenn sich die Stimmung manchmal davon zu lösen scheint.
Im Unterschied zu einer depressiven Episode, einer chronischen Depression (Dysthymie) oder der sogenannten hochfunktionalen Depression lässt sich die Stimmung hier meist auf eine konkrete Belastungssituation zurückführen.
➤ Ängstliche Reaktion
Hier zeigen sich vor allem Sorgen, innere Unruhe und Anspannung. Gedanken kreisen um mögliche Entwicklungen, Unsicherheiten oder die Frage, wie es weitergeht. Es fällt schwer, abzuschalten oder zur Ruhe zu kommen.
Im Unterschied zu klassischen Angststörungen ist die Angst meist stärker an eine konkrete Belastung oder Veränderung gebunden. Dennoch kann sie den Alltag deutlich beeinflussen und dazu führen, dass bestimmte Situationen gemieden oder nur unter Anspannung bewältigt werden.
➤ Gemischte Angst und depressive Reaktion
Bei dieser Form treten depressive Stimmung und Ängste gemeinsam oder im Wechsel auf. Betroffene fühlen sich gleichzeitig erschöpft und innerlich angespannt, niedergeschlagen und zugleich in Sorge.
Diese Kombination kann den Alltag besonders fordernd machen, da sich unterschiedliche Belastungen überlagern. Oft ist es schwierig, klar zu benennen, was im Vordergrund steht, da sich die Zustände gegenseitig beeinflussen.
Heilpraktiker für Psychotherapie – eine Einordnung unserer Begleitung
In unserer Praxis liegt der Schwerpunkt auf der Begleitung bei belastenden Lebenssituationen, die sich im Alltag bemerkbar machen und noch eingeordnet und bearbeitet werden können.
Dazu gehören unter anderem anhaltende Niedergeschlagenheit, innere Unruhe, Überforderung, Grübelgedanken oder das Gefühl, mit einer Situation nicht mehr zurechtzukommen.
Wenn die Belastung sehr stark ausgeprägt ist, zu deutlichen Einschränkungen führt oder mit weiteren gravierenden Symptomen verbunden ist, kann es sinnvoll sein, zusätzlich ärztliche oder fachpsychiatrische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Hintergrund: Einordnung der Anpassungsstörung in das Thema Belastungsreaktionen
Reaktionen auf belastende Situationen werden klinisch im Klassifikationsschema ICD-10 unter dem Kapitel F43 zusammengefasst: Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen. Dieses Kapitel ist besonders, da es Zustände beschreibt, die eine direkte Folge von außergewöhnlichen Belastungen oder Lebensveränderungen sind.
Das ICD-10 unterscheidet hierbei im Wesentlichen drei Hauptbereiche:
- Akute Belastungsreaktion (F43.0): Eine unmittelbare, oft heftige Reaktion auf eine außergewöhnliche körperliche oder seelische Belastung (z. B. ein Unfall oder ein Schockerlebnis). Die Symptome treten meist innerhalb von Minuten auf und klingen innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen wieder ab.
- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS, F43.1): Eine verzögerte Reaktion auf ein traumatisches Ereignis von katastrophalem Ausmaß. Typisch sind hier das wiederholte Erleben des Traumas (Flashbacks), Vermeidung von Auslösern und eine ständige emotionale Übererregung.
- Anpassungsstörungen (F43.2): Hierbei handelt es sich um die auf dieser Seite beschriebenen Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung, die nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder belastenden Lebensereignissen (wie Trennung, Trauerfall oder berufliche Krisen) auftreten. Die Symptome sind vielfältig und können depressive Stimmung, Angst oder Besorgnis umfassen.
Zusammenfassend: Während die akute Belastung und die PTBS meist auf existenziell bedrohliche Ereignisse reagieren, beschreibt die Anpassungsstörung die Schwierigkeit, sich an veränderte Lebensumstände anzupassen und die daraus resultierende emotionale Last zu bewältigen. Alle diese Formen zeigen, wie individuell und vielschichtig das menschliche System auf Belastungen reagieren kann.
Die therapeutische Begleitung von Anpassungsstörungen in unserer Praxis in Saarbrücken
In unserer Arbeit mit Anpassungsstörungen schauen wir als Heilpraktiker für Psychotherapie nicht nur auf einzelne Symptome. Wir richten unseren Blick gemeinsam auf Dein gesamtes Erleben im Zusammenhang mit der belastenden Situation: innere Anspannung, Ängste, Erschöpfung, Grübeln, Rückzug, Niedergeschlagenheit oder das Gefühl, mit dem Geschehenen nicht richtig zurechtzukommen.
Ein Ziel der gemeinsamen therapeutischen Arbeit kann es sein, besser zu verstehen, was durch die Veränderung oder Belastung innerlich ausgelöst wurde.
Dabei geht es nicht darum, vorschnell Lösungen zu finden, sondern Zusammenhänge sichtbar zu machen: Was hat sich verändert? Was ist dadurch ins Wanken geraten? Welche Gedanken, Gefühle oder Reaktionen treten immer wieder auf? Und was braucht es, damit Du wieder mehr Orientierung findest?
Der methodenintegrative psychotherapeutische Ansatz bei Anpassungsstörungen in unserer Saarbrücker Praxis
Welche therapeutischen Impulse in der Begleitung einer Anpassungsstörung sinnvoll sind, richtet sich nach Deiner persönlichen Situation. Unser Ansatz ist es, verschiedene psychotherapeutische Vorgehensweisen so zu kombinieren, dass sie zu dem passen, was gerade für Dich im Vordergrund steht:
Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers: Wir bieten einen Raum, in dem Du aussprechen kannst, was Dich beschäftigt – ohne Bewertung und ohne vorschnelle Einordnung. Gerade bei belastenden Veränderungen kann es hilfreich sein, das eigene Erleben zunächst sortieren und in Worte fassen zu können.
Gestalttherapie nach Fritz Perls & TBIT (Trancebasierte Integrative Therapie): Diese humanistischen Verfahren können dabei unterstützen, innere Spannungen, wiederkehrende Reaktionsmuster und unerledigte Themen deutlicher wahrzunehmen. Im Rahmen eines integrativen Ansatzes schauen wir darauf, wie frühere Erfahrungen, aktuelle Belastungen und innere Anforderungen zusammenwirken können.
Arbeit mit inneren Anteilen: Wir betrachten das innere Erleben oft als Zusammenspiel verschiedener Anteile. Ein Anteil möchte vielleicht funktionieren, ein anderer ist erschöpft, ein weiterer hält an Vergangenem fest oder versucht, Kontrolle zu behalten. Diese inneren Bewegungen können gemeinsam betrachtet und besser verstanden werden.
Achtsamkeit, Körper & Nervensystem: Achtsamkeitsbasierte Ansätze können helfen, Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen bewusster wahrzunehmen, ohne sofort von ihnen mitgerissen zu werden. Wenn innere Unruhe, Anspannung oder Erschöpfung stark präsent sind, kann auch der Körper ein wichtiger Zugang sein.
Kognitive Elemente & traumasensible Begleitung: Um belastende Gedankenmuster, Bewertungen oder Erfahrungen einzuordnen, beziehen wir auch Elemente aus der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) oder dem EMDR mit ein. Wichtig ist: Wir arbeiten nicht als klassische Verhaltenstherapeuten. Diese Methoden fließen bei uns in einen ganzheitlichen, humanistischen Ansatz ein.
Eine Begleitung in Deinem Tempo
Die therapeutische Arbeit in unserer Saarbrücker Praxisgemeinschaft orientiert sich bei Anpassungsstörungen an dem, was für Dich tragbar und stimmig ist. Es geht darum, innere Zusammenhänge zu verstehen, wieder mehr Orientierung zu gewinnen und einen eigenen Umgang mit der belastenden Situation zu entwickeln.
Mehr über die Methode, die wir einsetzen, findest Du auf unserer Seite
→ Psychotherapie: den Menschen sehen
Dein Kontakt zu unser Saarbrücker Praxisgemeinschaft
Wenn Du Dich für eine Psychotherapie bei einer Anpassungsstörung in unserer Saarbrücker Praxisgemeinschaft interessierst: Kontaktiere uns gerne.
Telefon:
- Niritya Speicher-Wilhelm | 0171 367 8332
- Tom Wilhelm | 0177 314 3183
Oder nutze unser Kontaktformular.
Unsere Praxisadresse:
Unsere Privatpraxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz befindet sich im Herzen von Saarbrücken am Beethovenplatz in der Dudweilerstraße 37.
Mehr Informationen zu uns und unseren Qualifikationen findest Du hier:
Hinweis
Die Inhalte dieser Website dienen der allgemeinen Information über psychische Belastungen und psychotherapeutische Arbeitsweisen bei Anpassungsstörungen. Sie ersetzen keine individuelle medizinische oder psychotherapeutische Beratung oder Behandlung.
Die psychotherapeutische Begleitung in unserer Praxis erfolgt auf Grundlage des Heilpraktikergesetzes.
Bei akuten psychischen Krisen oder schweren psychischen Erkrankungen kann eine Behandlung durch Fachärzte für Psychiatrie oder in einer psychosomatischen Klinik notwendig sein.
Eine anonyme und kostenlose Beratung rund um die Uhr gibt es bei der TelefonSeelsorge unter: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222.
Im Netz: online.telefonseelsorge.de
Über die Autoren dieser Seite:
Niritya Speicher-Wilhelm und Thomas „Tom“ Wilhelm, beide Heilpraktiker für Psychotherapie in eigener Praxis in Saarbrücken und Mitglied im Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und psychologischer Berater VFP e.V.
Qualifikationen:
Beide haben eine vierjährige Ausbildung in Gesprächstherapie nach Carl Rogers, Gestalttherapie nach Fritz Perls und Transpersonaler Gestalttherapie bei Dr.rer.soc. Rajan Roth und Dipl.Ing. Deva Prem Kreidler-Roth in Köln und Stuttgart absolviert und praktizieren bereits seit einigen Jahren im Bereich psychischer Belastungen und ihrer therapeutischen Begleitung, auch im Bereich der Anpassungsstörung und anderer Belastungsreaktionen.
Tom hat zudem Fortbildungen in Verhaltenstherapie und EMDR sowie eine Ausbildung in tiefenpsychologischer Hypnose, Niritya ist auch Meditationslehrerin.