Niritya & Tom, Heilpraktiker für Psychotherapie, bieten in ihrer Saarbrücker Privatpraxis Unterstützung für Menschen, die von Schuld- oder Schamgefühlen belastet sind.

Schuld und Scham: innere Urteile und alte Maßstäbe
Scham ist ein Gefühl mit Publikum. Selbst wenn niemand zusieht.
Dabei muss dieses Publikum gar kein konkreter Mensch sein. Es kann aus tatsächlichen Blicken bestehen, aber auch aus Erwartungen, gesellschaftlichen Maßstäben oder aus der eigenen Vorstellung davon, wie man sein sollte.
Manchmal schämen wir uns vor anderen, manchmal vor uns selbst – und oft lässt sich beides gar nicht so sauber voneinander trennen.
Die Schuld dagegen braucht dieses Publikum nicht. Sie kann nachts um drei im stillen Zimmer sitzen und sagen: „Du hättest anders handeln müssen.„
Schuld und Scham gehören zum menschlichen Erleben. In unserer Saarbrücker Praxis werden sie vor allem dann zum Thema, wenn sie lange nachwirken oder den Alltag spürbar beeinflussen:
Scham kann dazu führen, dass bestimmte Gefühle, Bedürfnisse oder Erfahrungen lieber im Verborgenen bleiben, dass wir uns bei dem betreffenden Thema quasi „verstecken wollen“.
Bei Schuld kreisen die Gedanken dagegen mehr darum, was man hätte anders machen müssen und wofür man Verantwortung trägt.
Bei Schuld prüft der innere Richter das eigene Handeln
Beginnen wir mit der Schuld. Ein und dieselbe Situation kann zwar Schuld und Scham auslösen, beim Schuldgefühl steht aber zunächst stärker das eigene Handeln im Vordergrund.
Wir haben jemanden verletzt, ein Versprechen gebrochen oder uns auf eine Weise verhalten, die so gar nicht zu unseren eigenen Werten passt.
Ein Schuldgefühl kann an dieser Stelle auch sehr sinnvoll sein.
Es bringt uns vielleicht dazu, Verantwortung zu übernehmen oder uns zu entschuldigen. Wenn sich noch etwas klären oder wiedergutmachen lässt, weist das Gefühl in eine konkrete Richtung.
Das Gefühl der Schuld wird dann belastend, wenn diese innere Prüfung zu keinem Ende kommt.
Das Gespräch wurde vielleicht tatsächlich geführt und die Entschuldigung angenommen. Am Geschehen lässt sich nichts mehr ändern, im eigenen Kopf wird trotzdem weiterverhandelt – die Geschichte bleibt für uns selbst unabgeschlossen.
Der Rückblick kann dabei streng ausfallen. Mit dem Wissen von heute erscheint plötzlich offensichtlich, was man damals hätte erkennen müssen. Oder: Handlungsmöglichkeiten, die in der damaligen Situation kaum bestanden, wirken Jahre später als „offensichtlich der Hand liegend“.
Aber auch alte und erlernte Regeln und Muster können sich hier schonmal einmischen:
Wer gelernt hat, für die Stimmung nahestehender Menschen viel Verantwortung zu tragen, erlebt die Enttäuschung eines anderen möglicherweise schon als eigenes Fehlverhalten.
Ein „Nein“ zieht dann ein Schuldgefühl nach sich, obwohl die Entscheidung selbst weiterhin richtig erscheint.
Ein starkes Schuldgefühl sagt deshalb noch nicht wirklich etwas darüber aus, wie groß die tatsächliche Verantwortung in der konkreten Situation reell war.
Bei der Scham dagegen verschiebt sich der Blick von dem, was wir getan haben, stärker auf uns selbst und darauf, wie wir gesehen werden.
Scham und der Blick, unter dem wir uns sehen
Die Scham hängt eng mit einem Gefühl zusammen, gesehen und vor allem bewertet zu werden. Das kann ja auch tatsächlich geschehen, wenn jemand über uns lacht oder uns bloßstellt.
Oft genügt aber auch schon die Vorstellung davon, was ein anderer denken könnte.
Der Körper reagiert in so einem Moment meistens sehr schnell: Das Gesicht wird heiß, der Blick geht weg, vielleicht möchte man die Situation möglichst bald verlassen. In solchen Momenten ist nicht irgendeine abstrakte Bewertung unangenehm.
Wir fühlen uns persönlich und zutiefst getroffen.
Wofür sich jemand schämt, ist ganz individuell. Es kann um vermeintliche eigene körperliche Unzulänglichkeiten gehen, um Sexualität oder um die Familie.
Andere schämen sich vielleicht dafür, Hilfe zu brauchen oder in einer bestimmten Situation viel unsicherer gewesen zu sein, als sie es von sich kennen.
Scham wird oft dann besonders unangenehm, wenn wir glauben, dass andere etwas von uns sehen könnten, das wir lieber für uns behalten würden. Dann erzählen wir manches nicht, spielen anderes herunter oder hoffen, dass niemand genauer nachfragt.
Mit der Zeit reicht manchmal schon die Vorstellung, dass etwas peinlich wirken könnte. Dann bewerten wir uns selbst schon, bevor überhaupt jemand reagiert.
Wenn ein fremder Maßstab irgendwann vertraut klingt
Interessant ist, dass unsere Vorstellungen darüber, was peinlich, schwach oder unangemessen ist, ja nicht in einem luftleeren Raum entstehen.
Vielleicht kennen wir solche Regeln noch aus der eigenen Familie: Ärger oder Wut wurden nicht gern gesehen, ein Nähebedürfnis galt als Schwäche oder – und das kommt häufig vor – bestimmte Dinge waren schlicht „peinlich“.
Auch eine frühere Beziehung kann Spuren hinterlassen haben, wenn wir etwa für ein – für uns wichtiges – Bedürfnis belächelt oder abgewertet wurden. Dazu kommen natürlich auch die Vorstellungen darüber, wie genau ein Mann, eine Frau, wie Eltern oder erfolgreiche Menschen zu sein haben.
Wenn wir solche Botschaften immer wieder hören, können wir sie uns mit der Zeit so zu eigen machen, dass sie im Kopf quasi festsitzen und sich wie die Wahrheit anfühlen. Dann muss gar niemand mehr sagen: „So solltest du nicht sein.“ Wir sagen es uns längst selbst.
Denn wir alle übernehmen im Laufe unseres Lebens Regeln und Bewertungen von anderen. Manche passen auch heute noch zu uns. Bei anderen haben wir vielleicht nie wirklich geschaut, ob wir sie überhaupt noch teilen.
Solche übernommenen Botschaften begegnen uns später oft in der Stimme des inneren Kritikers oder – manchmal noch besser – des inneren Richters. Wir verstehen die beiden als innere Anteile.
Ihre Stimmen einfach beseitigen zu wollen, greift für uns zu kurz. Wichtig zu sehen ist, welchen Einfluss ihre Urteile heute tatsächlich haben und ob ihre Maßstäbe für uns ganz individuell überhaupt noch passen.
Wenn aus einem Fehler eine Aussage über die ganze Person wird
Manchmal liegen Schuld und Scham oft nah beieinander.
Nach einem Fehler denken wir vielleicht zunächst mal: „Das hätte ich nicht tun sollen.“ Später wird daraus: „Wie konnte ich nur so sein?“
Dann geht es plötzlich um mehr als die Handlung. Der Fehler wird zum Urteil über die eigene Person.
Ein Schamgefühl kann es dann auch schwerer machen, sich mit einer tatsächlichen Schuld auseinanderzusetzen:
Wenn wir es kaum ertragen, mit einem – vielleicht ja tatsächlich begangenen – Fehler gesehen zu werden, vermeiden wir womöglich genau das Gespräch, das eigentlich nötig und hilfreich wäre.
Umgekehrt kann sich ein Schuldgefühl über Jahre so festsetzen, dass aus einem einzelnen Ereignis eine Geschichte darüber wird, wer wir sind.
In der Therapie kann es deshalb hilfreich sein, wieder auseinanderzuhalten, was tatsächlich geschehen ist, wofür wir Verantwortung tragen und welches Urteil wir später daraus über uns selbst gemacht haben.
Dabei muss – und kann – am Ende nicht alles entlastet werden. Manches bleibt einfach unsere Verantwortung. Anderes hat das Schuldgefühl vielleicht viel größer werden lassen, als es realistisch wäre.
Beim Schamgefühl kommt noch etwas hinzu: Es beeinflusst oft schon, ob und wie wir über das Belastende überhaupt sprechen können.
Übrigens:
Schuld- und Schamgefühle können auch im Zusammenhang mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen auftreten, zum Beispiel bei Depressionen, Traumafolgestörungen, Zwangsstörungen oder Ängsten.
Das heißt jedoch nicht, dass hinter Schuld- oder Schamgefühlen zwangsläufig eine psychische Erkrankung steckt; in den meisten Fällen treten sie isoliert auf, ohne dass sie Teil einer größeren Symptomatik sind.
Die Scham kommt auch gerne mal mit in den Therapieraum
Auch bei uns in der Praxis zeigt sich, dass über manches nur schwer gesprochen werden kann, wenn Scham im Spiel ist:
Ein Thema kommt vielleicht erst zögerlich zur Sprache, wird schnell wieder relativiert oder bleibt eine Zeit lang ganz unausgesprochen.
Für uns gehört das dazu. Gerade bei Scham braucht es oft erst die Erfahrung, dass etwas gesagt werden kann, ohne dafür bewertet oder anders angesehen zu werden.
Das entspricht auch der humanistischen und offenen Haltung, die in unserer gestalttherapeutischen und personenzentrierten Arbeit nach Carl Rogers eine tragende Rolle spielt.
Wie ein Gegenüber auf etwas reagiert, ist ja gerade dann bedeutsam, wenn wir mit Ablehnung oder Abwertung rechnen.
Ein Satz wie „Dafür brauchst du dich doch nicht zu schämen“ greift für uns deshalb in aller Regel zu kurz.
Die Scham verschwindet nicht dadurch, dass sie jemand anderes für unbegründet erklärt.
Therapeutische Begleitung bei Schuld und Scham in unserer Saarbrücker Praxisgemeinschaft
Schuld und Scham gehören grundsätzlich zum menschlichen Erleben. Belastend werden sie vor allem dann, wenn sie lange nachwirken, sich immer wieder in ähnliche Situationen einschalten oder den Umgang mit sich selbst und anderen deutlich prägen.
In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, genauer zu verstehen, was diese Gefühle auslöst und wodurch sie aufrechterhalten werden.
Bei Schuld geht es dabei häufig um die Frage, wofür wir tatsächlich Verantwortung tragen und wo sich ein Schuldgefühl verselbstständigt hat. Bei Scham spielt oft eine Rolle, welche Seiten von uns wir lieber verbergen und welche Bewertungen wir damit verbinden.
Sich einfach vorzunehmen, weniger Schuld oder Scham zu empfinden, reicht meist nicht aus. Gerade diese Gefühle lassen sich nur begrenzt willentlich steuern.
In unserer zentral in Saarbrücken gelegenen Praxis arbeiten wir deshalb je nach Anliegen mit unterschiedlichen Ansätzen – unter anderem mit Gestalttherapie, der Arbeit mit inneren Anteilen oder dem inneren Kind, achtsamkeits-, emotionsorientierten und kognitiven Elementen.
Tom bezieht außerdem hypnosebasierte Verfahren in seine Arbeit ein, Niritya auch systemische Aufstellung.
Mehr Informationen zu uns und unserer Arbeitsweise:
Dein Weg zu uns und unserer Praxis in Saarbrücken
Veränderung braucht Mut, aber Du musst sie nicht alleine bewältigen. Ein Erstgespräch dient dazu, sich unverbindlich kennenzulernen und zu schauen, ob die „Chemie“ zwischen uns stimmt – denn Vertrauen ist eine wichtige Basis für unsere gemeinsame Arbeit.
Wir freuen uns darauf, Dich kennenzulernen und Dich ein Stück auf Deinem Weg zu begleiten!
Wenn Du Dich für eine Begleitung in unserer Saarbrücker Praxisgemeinschaft interessierst: Kontaktiere uns gerne.
Telefon:
- Niritya Speicher-Wilhelm | 0171 367 8332
- Tom Wilhelm | 0177 314 3183
Oder nutze unser Kontaktformular.
Unsere Praxisadresse:
Unsere Privatpraxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz befindet sich im Herzen von Saarbrücken am Beethovenplatz in der Dudweilerstraße 37.
Mehr Informationen zu uns und unseren Qualifikationen findest Du hier:
Ein Hinweis
Schuld und Scham gehören zum menschlichen Gefühlsleben und sind für sich genommen keine psychischen Erkrankungen.
Sehr starke oder anhaltende Schuld- und Schamgefühle können im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen oder traumatischen Erfahrungen auftreten. Eine weitergehende diagnostische oder therapeutische Abklärung kann dann sinnvoll sein.
Die Inhalte dieser Website dienen der allgemeinen Information über psychische Belastungen und unsere psychotherapeutische Arbeit. Sie ersetzen keine individuelle medizinische oder psychotherapeutische Beratung oder Behandlung.
Unsere psychotherapeutische Tätigkeit in Saarbrücken erfolgt auf Grundlage des Heilpraktikergesetzes.
Bei akuten psychischen Krisen, Suizidgedanken oder schweren psychischen Erkrankungen kann eine ärztliche, fachärztliche oder klinische Behandlung notwendig sein. Eine anonyme und kostenlose Beratung rund um die Uhr bietet die TelefonSeelsorge unter 0800 1110111 oder 0800 1110222.
Wer hier schreibt
Niritya Speicher-Wilhelm und Thomas „Tom“ Wilhelm sind Heilpraktiker für Psychotherapie in eigener Praxis in Saarbrücken und Mitglieder im Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e. V. (VFP).
Beide haben eine vierjährige Ausbildung in Gesprächstherapie nach Carl Rogers, Gestalttherapie nach Fritz Perls und Transpersonaler Gestalttherapie bei Dr. rer. soc. Rajan Roth und Dipl.-Ing. Deva Prem Kreidler-Roth in Köln und Stuttgart absolviert.
Tom hat darüber hinaus Fortbildungen in Verhaltenstherapie und EMDR sowie eine Ausbildung in tiefenpsychologischer Hypnose abgeschlossen. Niritya ist zertifizierte Meditationslehrerin, Kursleiterin für Autogenes Training und hat eine Jahresfortbildung in systemischer Aufstellungsarbeit absolviert.