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Essstörungen | therapeutische Begleitung in Saarbrücken

Niritya & Tom, Heilpraktiker für Psychotherapie, informieren über Essstörungen und therapeutische Perspektiven in ihrer Saarbrücker Privatpraxis.


Esstörungen: Die Betroffenen regulieren, die Menge, die Qualität, die Aufnahme und den Umgang mit Essen und Gewicht.
Der Blick auf Lebensmittel verändert sich, wenn Essen nicht mehr die normalste Sache der Welt ist, sondern zunehmend mit Kontrolle zu tun hat.

Essstörungen: Wenn das Essen seine Selbstverständlichkeit verliert.

Essstörungen können sich sehr unterschiedlich zeigen. Manche Menschen essen immer weniger oder vermeiden bestimmte Lebensmittel, bei anderen treten wiederkehrende Essanfälle auf.

Häufig nehmen bei den Betroffenen die Gedanken an Essen, Gewicht und den eigenen Körper im Tagesablauf immer mehr Raum ein.

Zu den bekannten Essstörungsbildern gehören die Anorexia nervosa (umgangssprachlich auch Magersucht genannt) , die Bulimia nervosa (auch: Bulimie oder: Ess-Brech-Sucht) und die Binge-Eating-Störung.

Daneben gibt es aber auch Ausprägungen, die sich keiner dieser Diagnosen eindeutig zuordnen lassen.

Dazu gehört zum Beispiel ein zunehmend rigider Umgang mit Ernährung, der sich an strengen Vorstellungen von „gesund“, „rein“ oder „richtig“ orientiert. Dieses orthorektische Essverhalten wird bislang jedoch nicht als eigenständige, allgemein anerkannte Diagnose geführt.

Eine Essstörung lässt sich nicht zwangsläufig am Körpergewicht erkennen.

Entscheidend sind oft auch das tatsächliche Essverhalten, die Beschäftigung mit Essen und Körper, mögliche körperliche Veränderungen und die Auswirkungen auf den Alltag.

Weil Essstörungen neben der psychischen Belastung auch körperliche Folgen haben können, sollte die medizinische Situation von Anfang an mitberücksichtigt werden.


Psychotherapie und medizinische Begleitung gehören manchmal zusammen

Bei Essstörungen muss die körperliche Situation immer mitgedacht werden.

Das gilt besonders bei deutlicher Gewichtsabnahme oder Mangelernährung, aber keineswegs nur bei Anorexie. Auch häufiges Erbrechen, Abführmittelmissbrauch, stark restriktives Essen oder andere ausgeprägte Symptome können den Körper erheblich belasten.

Je nach Ausprägung können deshalb ärztliche Untersuchungen und eine begleitende medizinische Behandlung notwendig sein. Bei schweren Verläufen braucht es einen Behandlungsrahmen, in dem psychotherapeutische und medizinische Versorgung eng miteinander verzahnt werden können.

Bei einer ausgeprägten Anorexia nervosa oder einem schweren Verlauf einer anderen Essstörung ist unsere Praxis daher nicht der geeignete Behandlungsort.

Insbesondere bei erheblichem Untergewicht, raschem Gewichtsverlust, häufigem Erbrechen oder anderen Hinweisen auf eine körperliche Gefährdung ist eine spezialisierte Versorgung dringend angezeigt. Je nach Schweregrad kann diese ambulant, tagesklinisch oder stationär erfolgen.

Schwere Essstörungen können erhebliche körperliche Komplikationen verursachen und im Extremfall lebensbedrohlich werden.

Für uns ist deshalb wichtig, an dieser Stelle sehr klar auf einen Behandlungsrahmen zu verweisen, der die notwendige medizinische Sicherheit gewährleisten kann.



Anorexia nervosa

Bei der Anorexia nervosa wird die Nahrungsaufnahme stark eingeschränkt. Dahinter steht häufig eine ausgeprägte Angst vor Gewichtszunahme oder davor, die Kontrolle über das eigene Gewicht zu verlieren.

Das Essen wird genau geplant, Portionen werden kleiner, bestimmte Lebensmittel ganz gemieden. Auch Bewegung kann zunehmend dazu dienen, Kalorien zu verbrauchen oder eine Mahlzeit „auszugleichen“.

Dabei kann sich die Wahrnehmung des eigenen Körpers verändern. Obwohl das Gewicht durch die Anorexie (umgangssprachlich oft: Magersucht) bereits deutlich gesunken ist, kann weiterhin das Gefühl bestehen, zu viel zu wiegen oder an einzelnen Körperstellen „zu dick“ zu sein.

Gleichzeitig kann die Zahl auf der Waage eine enorme Bedeutung bekommen und darüber entscheiden, wie der eigene Tag beginnt und abläuft.

Eine Anorexie betrifft den gesamten Organismus.

Eine daraus resultierende Mangelernährung kann unter anderem Kreislauf, Herz, Hormonhaushalt, Knochengesundheit und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen und die Gesundheit extrem gefährden.


Bulimia nervosa

Bei der Bulimia nervosa wechseln sich Essanfälle und der Versuch ab, deren Folgen wieder rückgängig zu machen.

Während eines Essanfalls werden innerhalb relativ kurzer Zeit große Mengen gegessen, oft verbunden mit dem Gefühl, nicht mehr aufhören oder das Essen nicht mehr steuern zu können.

Danach können starke Schuld- oder Schamgefühle auftreten.

Manche Betroffene erbrechen, andere fasten, treiben exzessiv Sport oder greifen zu Abführmitteln.

Häufig entsteht daraus ein Kreislauf: starke Kontrolle und Einschränkung beim Essen erhöhen den Druck, darauf folgt ein Essanfall, anschließend der Versuch, diesen wieder zu kompensieren.

Gerade Bulimie (umgangssprachlich auch: Ess-Brech-Sucht) bleibt für das Umfeld oft lange unsichtbar. Das Körpergewicht kann völlig unauffällig sein, während hinter verschlossenen Türen erheblicher Leidensdruck besteht.

Auch körperlich ist die Erkrankung keineswegs harmlos. Häufiges Erbrechen und andere kompensatorische Maßnahmen können unter anderem den Elektrolythaushalt, das Herz, die Nieren, Zähne und Speiseröhre belasten.


Binge-Eating-Störung

Auch bei der Binge-Eating-Störung treten wiederkehrende Essanfälle mit einem deutlichen Kontrollverlust auf.

Im Unterschied zur Bulimie werden sie jedoch nicht regelmäßig durch Erbrechen, Fasten oder andere kompensatorische Maßnahmen ausgeglichen.

Während eines Essanfalls kann sehr schnell gegessen werden, teilweise bis zu einem unangenehmen Völlegefühl.

Manche essen auch dann weiter, wenn sie körperlich gar keinen Hunger mehr haben, oder warten, bis sie allein sind, weil ihnen die Menge unangenehm ist.

Nach solchen Episoden bleiben häufig Scham, Selbstvorwürfe oder Ekel zurück. Das führt nicht selten dazu, dass über die Essanfälle lange nicht gesprochen wird.

Gleichzeitig kann schon die Angst vor einem erneuten Kontrollverlust das Verhältnis zum Essen weiter belasten.

Binge-Eating ist etwas anderes als gelegentlich „zu viel“ zu essen. Entscheidend sind hier die wiederkehrenden Episoden, der erlebte Kontrollverlust und der damit verbundene Leidensdruck.


Menschen, die unter einer Essstörung leiden, haben oft einen geregelten Umgang mit ihrem Essverhalten. Niritya und Tom, Heilpraktiker für Psychotherapie, bieten im Saarland eine therapeutische Begleitung.

Orthorektisches Essverhalten

Beim orthorektischen Essverhalten steht weniger die Menge des Essens im Vordergrund als die Vorstellung, nur noch „richtig“, „gesund“ oder „rein“ essen zu dürfen. Was zunächst wie ein bewusstes Ernährungsverhalten aussehen kann, wird zunehmend enger.

Lebensmittel werden in erlaubt und nicht erlaubt eingeteilt. Zutatenlisten werden intensiv geprüft, ganze Lebensmittelgruppen gestrichen oder Mahlzeiten außerhalb der eigenen Kontrolle vermieden. Ein Restaurantbesuch, eine Einladung oder Urlaub können dadurch kompliziert werden, weil nicht sicher ist, ob das Essen den eigenen Regeln entspricht.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn diese Regeln kaum noch Spielraum lassen, wenn Abweichungen starke Unruhe oder Schuld auslösen und soziale Kontakte oder die ausreichende Versorgung darunter leiden.

Der Begriff Orthorexie wird häufig verwendet, ist derzeit jedoch keine eigenständige, allgemein anerkannte psychische Diagnose mit verbindlichen diagnostischen Kriterien.

Das bedeutet nicht, dass das damit beschriebene Verhalten harmlos sein muss. Auch ein stark rigides „gesundes“ Essen kann psychisch, sozial und körperlich erhebliche Folgen haben.


Die Übergänge zwischen den verschiedenen Formen von Essstörungen sind nicht immer eindeutig. Essverhalten kann sich im Laufe der Zeit verändern, einzelne Merkmale können sich überschneiden, und nicht jede ernsthafte Essstörung passt vollständig in eine der genannten Kategorien.



Zwischen Essensregeln, Körperbild & Scham

Bei einer Essstörung kann sich der Alltag zunehmend nach Regeln rund ums Essen richten.

Bestimmte Lebensmittel werden vom Speiseplan gestrichen, Mahlzeiten zu festen Zeiten eingeplant oder Bewegung genutzt, um Gegessenes wieder auszugleichen.

Solche Gewohnheiten fallen zunächst vielleicht gar nicht mal auf, vor allem dann, wenn sie sich noch ohne Reibung in den bisherigen Ablauf eines Tages einfügen.

Mit der Zeit können aus solchen Gewohnheiten feste Regeln, Normen oder sowas wie „Gesetze“ werden, die kaum noch Spielraum lassen.

Ein Restaurantbesuch oder eine Einladung wird dann schon im Voraus danach beurteilt, was dort gegessen werden kann und ob sich die eigenen Essensregeln einhalten lassen.

Manchmal beeinflussen diese Ideen sogar, ob eine Verabredung überhaupt angenommen wird oder wie Reisen und gemeinsame Unternehmungen geplant werden.

Häufig verändert sich bei Essstörungen der Blick auf den eigenen Körper.

Gewicht und Aussehen bekommen eine sehr große Bedeutung, und die Zahl auf der Waage oder das eigene Spiegelbild können darüber mitentscheiden, wie sich die Betroffenen selbst als Mensch bewerten.

Vorstellungen von Disziplin und Kontrolle spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Frage, ob der eigene Körper den persönlichen oder gesellschaftlichen Maßstäben entspricht.

Stolz. Und auch Schamgefühl.

Nach außen ist oft nicht sofort erkennbar, wie belastend das Essverhalten bereits geworden ist.

Essanfälle oder Erbrechen finden häufig heimlich statt, während ein stark kontrolliertes Essverhalten zunächst sogar diszipliniert oder gesund wirken kann.

In manchen Fällen spüren die Betroffenen auch so etwas wie Stolz darauf, sich selbst so gut regulieren zu können.

Oft geht es aber um ein Gefühl der Scham. Das kann zusätzlich dazu beitragen, dass die Betroffenen nur schwer darüber sprechen können, wie sehr Essen, Gewicht und die Beschäftigung mit dem eigenen Körper ihren Alltag bestimmen.



Therapeutische Perspektiven bei Essstörungen in unserer Saarbrücker Praxis

Unsere psychotherapeutische Arbeit als Heilpraktiker für Psychotherapie ist humanistisch und integrativ geprägt.

Die Gesprächstherapie nach Carl Rogers und die Gestalttherapie nach Fritz Perls bilden auch bei den Essstörungen die wesentlichen Grundlagen.

Ausgangspunkt ist fpr uns immer die jeweilige Person mit ihrer eigenen Geschichte, ihrem Erleben und der Bedeutung, die Essen und Körper im Laufe der Zeit bekommen haben.

Je nach Anliegen beziehen wir die Arbeit mit inneren Anteilen und dem inneren Kind, kognitive, verhaltenstherapeutische, emotionsorientierte und achtsamkeitsbasierte Elemente ein.

Dabei können sehr unterschiedliche Themen in den Vordergrund treten: strenge Regeln rund ums Essen, die Wahrnehmung des eigenen Körpers, Scham, Selbstkritik, der Umgang mit Anspannung, das soziale Umfeld oder das Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit.

Welche davon tatsächlich wichtig werden, zeigt sich erst im Verlauf der Gespräche.

Tom arbeitet darüber hinaus mit hypnosebasierten Verfahren, Niritya auch mit Elementen aus der systemischen Aufstellungsarbeit.

Diese Verfahren werden dort einbezogen, wo sie zum jeweiligen Klienten, zur jeweiligen Situation und zum therapeutischen Prozess passen.

Wichtig für uns: Auch wenn Menschen von derselben Essstörung betroffen sind, können sich die persönlichen Erfahrungen, die Funktion des Essverhaltens und die Bedeutung des eigenen Körpers deutlich unterscheiden.

Deshalb orientiert sich die therapeutische Arbeit nicht an einem festen Ablauf, sondern an dem, was sich im persönlichen Erleben und im Alltag zeigt.



Dein Weg zu uns und in unsere Praxis im Nauwieser Viertel

Wenn Essen, Gewicht oder der eigene Körper im Alltag immer mehr Raum einnehmen, Regeln rund ums Essen enger werden oder Scham und Kontrolle das Thema zusätzlich belasten, kann ein persönliches Gespräch und ein Blick von außen dabei helfen, die eigene Situation zuächst einmal gemeinsam einzuordnen.

In einem Erstgespräch lernen wir uns kennen und schauen, worum es für Dich geht und ob wir als Menschen und unsere Arbeitsweise zu Deinem Anliegen passt.

Vertrauen und ein guter persönlicher Kontakt sind für unsere Arbeit eine wichtige Grundlage.

Wenn Du Dich für eine psychotherapeutische Begleitung bei einer Essstörung oder einem belastenden Essverhalten in unserer Saarbrücker Praxisgemeinschaft interessierst, kannst Du Dich gerne direkt an uns wenden.

Bei ausgeprägten oder körperlich riskanten Verläufen, insbesondere bei schwerer Anorexie oder Bulimie, ist unsere Praxis jedoch nicht der geeignete Behandlungsort.

In diesen Fällen ist eine spezialisierte medizinische und psychotherapeutische Versorgung dringend angeraten.

Telefon:

  • Niritya Speicher-Wilhelm | 0171 367 8332
  • Tom Wilhelm | 0177 314 3183

Oder nutze unser Kontaktformular.

Unsere Praxisadresse:

Unsere Privatpraxis befindet sich zentral in Saarbrücken am Beethovenplatz, Dudweilerstraße 37.

Mehr Informationen zu uns, unserer Arbeitsweise und unseren Qualifikationen findest Du hier:


Hinweis

Die Inhalte dieser Website dienen der allgemeinen Information über Essstörungen, belastendes Essverhalten und psychotherapeutische Arbeitsweisen. Sie ersetzen keine individuelle medizinische oder psychotherapeutische Diagnostik, Beratung oder Behandlung.

Psychotherapeutische Behandlungen erfolgen in unserer Praxis auf Grundlage des Heilpraktikergesetzes.

Essstörungen wie z.B. die Anorexie oder Bulimie können mit erheblichen körperlichen Folgen verbunden sein. Je nach Art und Ausprägung kann deshalb eine ärztliche Abklärung oder eine spezialisierte ambulante, tagesklinische oder stationäre Behandlung notwendig sein.

Bei akuten psychischen Krisen oder einer körperlichen Gefährdung sollte unmittelbar ärztliche beziehungsweise klinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Eine anonyme und kostenlose Beratung rund um die Uhr gibt es bei der TelefonSeelsorge unter: 0800 1110111 oder 0800 1110222.

Im Netz: online.telefonseelsorge.de


Wer hier schreibt

Niritya Speicher-Wilhelm und Thomas „Tom“ Wilhelm, beide Heilpraktiker für Psychotherapie in eigener Praxis in Saarbrücken und Mitglied im Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e. V. (VFP).

Qualifikationen:

Beide haben eine vierjährige Ausbildung in Gesprächstherapie nach Carl Rogers, Gestalttherapie nach Fritz Perls und Transpersonaler Gestalttherapie bei Dr. rer. soc. Rajan Roth und Dipl.-Ing. Deva Prem Kreidler-Roth in Köln und Stuttgart absolviert und arbeiten seit mehreren Jahren therapeutisch mit Menschen in unterschiedlichen psychischen Belastungssituationen.

Tom hat darüber hinaus Fortbildungen in Verhaltenstherapie und EMDR sowie eine Ausbildung in tiefenpsychologischer Hypnose absolviert. Niritya ist zertifizierte Meditationslehrerin und Kursleiterin für Autogenes Training und hat eine einjährige Fortbildung in systemischer Aufstellungsarbeit abgeschlossen.